DECHEMA e.V.

11. Managerinnen-Treffen am 03. Mai 2006

Am Mittwoch, den 3. Mai 2006 trafen sich zum nunmehr 11. Mal die Mitglieder des Netzwerkes "Managerinnen in der Biotechnologie". Das Treffen fand im Technologiepark Heidelberg statt und stand unter dem Motto "Internationales Business". Es umfasste vier Präsentationen ortsansässiger Firmen sowie die Arbeit mit einer Personal- und Businesstrainerin.

Die Organisatorin des Treffens, Dr. Gordana Apic, Cambridge Cell Networks, übergab das Wort nach einer kurzen Begrüßung an Frau Pamela Bogner, die den Technologiepark Heidelberg vorstellte. Er dient vielen Ausgründungen aus den Universitäten und Forschungseinrichtungen der Region als Sprungbrett in die Geschäftswelt. Die räumliche Nähe zur alma mater, aber auch der gute Kontakt zur Großindustrie im Rhein-Neckar-Dreieck wird von den etwa 60 Mietern sehr geschätzt, so daß die 50.000 qm Labor- und Büroflächen zu 95% besetzt sind. Die Nachwuchsförderung wird hier groß geschrieben - so gibt es nicht nur eine Ausstellung, in der jüngere Schüler an die Naturwissenschaften herangeführt werden und ein Experimentallabor für Oberstufenschüler, auch an eine Kinderkrippe (ab 6 Monate) wurde gedacht.

Mit ihrer Präsentation "Arbeiten ohne Grenzen oder grenzenloses Arbeiten" demonstrierte Dr. Gitte Neubauer, CellZome Inc. anschaulich die Herausforderung, eine Firma mit zwei Standorten zu leiten, in ihrem Fall Heidelberg und Cambridge, Großbritannien. Der administrative Mehraufwand für zwei Standorte sei natürlich gegeben, werde aber durch die Vorteile, die ein multikulturelles Team und internationale Investoren mit sich bringen, mehr aus ausgeglichen, so lautete ihr Fazit. Cellzome ist ein privates biopharmazeutisches Unternehmen mit dem Ziel Medikamentenentwicklung. Die firmeneigenen Proteomik-Technologien werden sowohl in eigenen Forschungsarbeiten wie auch in Kooperationen eingesetzt. Partner sind dabei beispielsweise Novartis oder Johnson&Johnson, mit denen Wirkstoffe gegen die Alzheimer-Krankheit entwickelt werden.



Nach der Kaffeepause, die zum informellen Erfahrungsaustausch genutzt wurde, setzte Dr. Kristina Schmidt, Graffinity Pharmaceutical GmbH, das Vortragsprogramm fort. Sie berichtete über den Übergang von der Fusion von Graffinity und der Schweizer Myocontract Ltd. zur Santhera AG bis zum Management Buyout der Graffinity Pharmaceuticals GmbH. Diese betreibt Wirkstofforschung mit ihrer proprietären RAISE (Rapid Affinity Instructed Structural Evolution) Technologie.

Dr. Gordana Apic war bereits als Studentin Mitbegründerin des Startup-Unternehmens Cambridge Cell Networks, mit Standorten in Großbritannien, im ehemaligen Jugoslawien und in Deutschland. CCN entwickelt Softwarelösungen zur Aufklärung von Toxizitätsmechanismen in biologischen Systemen und zur Abschätzung der Chemikaliensicherheit. Frau Dr. Apic zeichnete den Weg Ihrer Firma von Start-up zum etablierten Unternehmen nach, der zunächst auch über die USA und Singapur führte. Sie verschwieg dabei nicht, wie verwirrend die Phase des Aufbaus sein kann, zumal über Kontinente hinweg. Zwar sei die Organisation von Projekten über Ländergrenzen hinweg schwierig, dennoch habe sich die frühe Internationalisierung gelohnt, weil sich dadurch viele Türen geöffnet haben.

Caroline Lloyd-Evans, Businesscoach aus Cambridge, Großbritannien, beschränkte sich in ihrem Teil der Veranstaltung nicht auf einen reine Vortrag. Sie machte mit vielen praktischen Beispielen deutlich, daß die Welt der Geschäftsfrau zwar immer ein Balanceakt zwischen Beruf und Familie/Partnerschaft ist, frau sich jedoch nicht scheuen sollte Unterstützung einzuholen. Zwanglos wurden die Teilnehmerinnen animiert, Beispiele und eigene Erfahrungen einzubringen, die dann in der Gruppe diskutiert wurden. Besonderheiten der Kommunikation zwischen Männern und Frauern wurden herausgearbeitet und viele Anregungen gegeben, wie Frauen nicht etwa ihre Waffen, sondern ihre speziellen Talente und Veranlagungen zu ihrem Vorteil in der Arbeitswelt einsetzen können.