DECHEMA e.V.

8. Managerinnen-Treffen am 13. Februar 2004

Am 13.02.2004 fand im DECHEMA-Haus, Frankfurt, das 8. Treffen des Managerinnen-Netzwerkes Biotechnologie statt. Dr. Marion Karrasch-Bott und Dr. Andreas Scriba  für die VBU begrüßten die Teilnehmerinnen, informierten über die nächsten Veranstaltungen und stellten die Agenda vor. Das nächste Treffen wird am Freitag, 08.10.2004, im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main stattfinden.

Anschließend startete das Programm mit einem Vortrag von Dr. Kathrin Schönborn-Sobolewski, Merck KGaA Darmstadt, zum Thema "Erfolgsfaktoren für Pharma-Biotech-Kooperationen". Nach einer kurzen Darstellung der Firmengeschichte der Merck KGaA ging Frau Dr. Schönborn-Sobolewski auf einige Aspekte zum Thema Pharma-Biotech-Kooperationen ein, insbesondere auf die Interessensschwerpunkte der beiden unterschiedlichen Partner. Sie erläuterte, was generell im Verlaufe von Verhandlungen beachtet werden sollte und welches erfahrungsgemäß die "Stolpersteine" für den Biotech-Partner sind. Weiterhin stellte sie einige Beispiele gescheiterter Kooperationen vor und erläuterte daran nochmals die Erfolgsfaktoren für Kooperationen.

Im zweiten Vortrag des Tages erläuterte Dr. Ilka Wicke, Boehringer Ingelheim GmbH, die Bedeutung von Partnering- und Lizenzaktivitäten aus ihrer Sicht. Nach einer kurzen Vorstellung der Boehringer Ingelheim GmbH, ihrer Geschäftsbereiche und Produkte ging sie auf die Lizenzstrategie und den Lizenzierungsprozess bei Boehringer ein. Sie wies darauf hin, dass Verhandlungen sehr unterschiedlich verlaufen können (z.B. innerhalb von 2 Monaten abgeschlossen sein können, aber sich auch mehrere Jahre hinziehen können). Das Interesse mehrerer konkurrierender Pharmaunternehmen an einem Biotech-Produkt ist dabei vielfach die treibende Kraft für zügige Verhandlungen.

In der anschließenden Mittagspause wurde die Zeit wieder ausgiebig für das Networking genutzt. Im ersten Nachmittagsvortrag referierte Dr. Stefanie Heiden, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, über das Thema "Biotechnologie und Nachhaltigkeit". Sie erläuterte zunächst die Begriffe "Biotechnologie" und "Nachhaltigkeit". Im Anschluß führte sie eine Reihe von Beispielen auf, bei denen sich der ökologisch sinnvolle biotechnologische Prozess auch als der ökonomisch günstigere erwies. Frau Dr. Heiden plädierte dafür, daß es auch in kleinen Unternehmen durchaus Sinn macht, Prozesse auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen.

Anschließend folgte ein Vortrag von Dr. Gudrun Tiedemann vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. zum Thema "Innovation durch Kooperation - Chancen für Pharma und Biotech am Standort Deutschland". Zu Beginn ihres Vortrags wies Frau Dr. Tiedemann zunächst auf die Notwendigkeit von Innovationen und Kooperationen hin. Sie erläuterte das Vorhandensein einer "strategischen Lücke" bei der Arzneimittelherstellung. Diese "Lücke" tritt auf zwischen der durch Biotechunternehmen gut abgedeckten präklinischen Forschung und der durch große Pharmaunternehmen abgedeckten Vermarktung pharmazeutischer Produkte. Dieses Problem könne durch das Abdecken der Wertschöpfungskette über "Kompetenzmodule" (zu denen sich mehrere Unternehmen zusammenschließen könnten) und durch Schließen der strategischen Lücke durch den pharmazeutischen Mittelstand als Partner gelöst werden.

Im letzten Vortrag des Tages stellte Helga Ebeling, Europäische Kommission, eine Studie mit dem Titel "Women in industrial research" vor, in der die Beschäftigungszahlen von Frauen in der Forschung, mit Schwerpunkt auf der industriellen Forschung, europaweit untersucht wurden. Hinsichtlich der Beschäftigungszahlen in der Industrie wurde deutlich, dass trotz einer hohen Zahl an weiblichen Universitätsabsolventen in der Forschung (über 50 %) die Beschäftigung weiblicher Forscher stark hinter der der männlichen Kollegen zurückliegt. Das Schlusslicht in Europa bilden hier Österreich und Deutschland. Es gibt sehr große Differenzen zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern. Während der prozentuale Anteil der Forscherinnen in der industriellen Forschung in Irland z.B. bei 28,2 % liegt, beträgt er in Deutschland 9,6%. Wenn man davon ausgeht, dass Hochschulabsolventinnen genauso gut qualifiziert sind für eine Position in der industriellen Forschung wie ihre männlichen Kollegen, so wird offensichtlich in Deutschland ein großes Potential an hoch qualifizierten weiblichen Wissenschaftlern nicht genutzt. Diese ernüchternden Zahlen stehen im Kontrast zu dem Beschluss des Europarates 2002 in Barcelona, der besagt, daß die Beiträge, die EU-weit in die Forschung investiert werden, von jetzt 1,9 % auf 3 % des BIP bis zum Jahr 2010 steigen sollen (was nur verwirklicht werden könnte, indem man verstärkt auf das Potential der vorhandenen Wissenschaftlerinnen zurückgreift). Nach einer angeregten Diskussion über die Ergebnisse der EC-Studie endete die Veranstaltung gegen ca. 17.30 Uhr.

Dr. Marion Karrasch-Bott

Dr. Andreas Scriba (VBU) die Teilnehmerinnen und informierte über die nächsten Veranstaltungen der VBU und der DECHEMA e.V..
Im Anschluß begrüßte  die Teilnehmerinnen und stellte die Agenda vor. Das nächste Treffen wird am Freitag, 08.10.2004, im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main stattfinden.

Anschließend startete das Programm mit einem Vortrag von Dr. Kathrin Schönborn-Sobolewski, Merck KGaA Darmstadt, zum Thema "Erfolgsfaktoren für Pharma-Biotech-Kooperationen". Nach einer kurzen Darstellung der Firmengeschichte der Merck KGaA ging Frau Dr. Schönborn-Sobolewski auf einige Aspekte zum Thema Pharma-Biotech-Kooperationen ein, insbesondere auf die Interessensschwerpunkte der beiden unterschiedlichen Partner. Sie erläuterte, was generell im Verlaufe von Verhandlungen beachtet werden sollte und welches erfahrungsgemäß die "Stolpersteine" für den Biotech-Partner sind. Weiterhin stellte sie einige Beispiele gescheiterter Kooperationen vor und erläuterte daran nochmals die Erfolgsfaktoren für Kooperationen.

Im zweiten Vortrag des Tages erläuterte Dr. Ilka Wicke, Boehringer Ingelheim GmbH, die Bedeutung von Partnering- und Lizenzaktivitäten aus ihrer Sicht. Nach einer kurzen Vorstellung der Boehringer Ingelheim GmbH, ihrer Geschäftsbereiche und Produkte ging sie auf die Lizenzstrategie und den Lizenzierungsprozess bei Boehringer ein. Sie wies darauf hin, dass Verhandlungen sehr unterschiedlich verlaufen können (z.B. innerhalb von 2 Monaten abgeschlossen sein können, aber sich auch mehrere Jahre hinziehen können). Das Interesse mehrerer konkurrierender Pharmaunternehmen an einem Biotech-Produkt ist dabei vielfach die treibende Kraft für zügige Verhandlungen.

In der anschließenden Mittagspause wurde die Zeit wieder ausgiebig für das Networking genutzt. Im ersten Nachmittagsvortrag referierte Dr. Stefanie Heiden, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, über das Thema "Biotechnologie und Nachhaltigkeit". Sie erläuterte zunächst die Begriffe "Biotechnologie" und "Nachhaltigkeit". Im Anschluß führte sie eine Reihe von Beispielen auf, bei denen sich der ökologisch sinnvolle biotechnologische Prozess auch als der ökonomisch günstigere erwies. Frau Dr. Heiden plädierte dafür, daß es auch in kleinen Unternehmen durchaus Sinn macht, Prozesse auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen.

Anschließend folgte ein Vortrag von Dr. Gudrun Tiedemann vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. zum Thema "Innovation durch Kooperation - Chancen für Pharma und Biotech am Standort Deutschland". Zu Beginn ihres Vortrags wies Frau Dr. Tiedemann zunächst auf die Notwendigkeit von Innovationen und Kooperationen hin. Sie erläuterte das Vorhandensein einer "strategischen Lücke" bei der Arzneimittelherstellung. Diese "Lücke" tritt auf zwischen der durch Biotechunternehmen gut abgedeckten präklinischen Forschung und der durch große Pharmaunternehmen abgedeckten Vermarktung pharmazeutischer Produkte. Dieses Problem könne durch das Abdecken der Wertschöpfungskette über "Kompetenzmodule" (zu denen sich mehrere Unternehmen zusammenschließen könnten) und durch Schließen der strategischen Lücke durch den pharmazeutischen Mittelstand als Partner gelöst werden.

Im letzten Vortrag des Tages stellte Helga Ebeling, Europäische Kommission, eine Studie mit dem Titel "Women in industrial research" vor, in der die Beschäftigungszahlen von Frauen in der Forschung, mit Schwerpunkt auf der industriellen Forschung, europaweit untersucht wurden. Hinsichtlich der Beschäftigungszahlen in der Industrie wurde deutlich, dass trotz einer hohen Zahl an weiblichen Universitätsabsolventen in der Forschung (über 50 %) die Beschäftigung weiblicher Forscher stark hinter der der männlichen Kollegen zurückliegt. Das Schlusslicht in Europa bilden hier Österreich und Deutschland. Es gibt sehr große Differenzen zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern. Während der prozentuale Anteil der Forscherinnen in der industriellen Forschung in Irland z.B. bei 28,2 % liegt, beträgt er in Deutschland 9,6%. Wenn man davon ausgeht, dass Hochschulabsolventinnen genauso gut qualifiziert sind für eine Position in der industriellen Forschung wie ihre männlichen Kollegen, so wird offensichtlich in Deutschland ein großes Potential an hoch qualifizierten weiblichen Wissenschaftlern nicht genutzt. Diese ernüchternden Zahlen stehen im Kontrast zu dem Beschluss des Europarates 2002 in Barcelona, der besagt, daß die Beiträge, die EU-weit in die Forschung investiert werden, von jetzt 1,9 % auf 3 % des BIP bis zum Jahr 2010 steigen sollen (was nur verwirklicht werden könnte, indem man verstärkt auf das Potential der vorhandenen Wissenschaftlerinnen zurückgreift). Nach einer angeregten Diskussion über die Ergebnisse der EC-Studie endete die Veranstaltung gegen ca. 17.30 Uhr.

Dr. Marion Karrasch-Bott