DECHEMA e.V.

7. Managerinnen-Treffen am 18. Juli 2003

 Im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main fand am 18. Juli 2003 auf Einladung der VBU das siebte Treffen des "Managerinnen-Netzwerkes Biotechnologie" statt. Wie bereits bei den vorangegangenen Veranstaltungen wurde auch auf diesem Treffen wieder über einen ausgewählten Themenbereich diskutiert. Im Vordergrund stand diesmal das Thema "Geschäftsentwicklung".

Dr. Marion Karrasch-Bott begrüßte die Teilnehmerinnen und gab einen Überblick über die Agenda. Da einige Teilnehmerinnen zum ersten Mal anwesend waren, stellten alle Damen kurz ihre aktuelle berufliche Tätigkeit und ihren bisherigen Werdegang vor.

Im ersten Vortrag referierte Dr. Regina Hodits von der APAX Partners Beteiligungsberatung GmbH über "Strategisches Business aus Sicht eines VC". Zunächst gab Frau Hodits einen Überblick über die APAX Beteiligungsberatung GmbH, die in verschiedensten Sektoren tätig ist (IT, Media, Healthcare, Telecommunications, Financial Services und Retail & Consumer Goods). Anschließend erläuterte Frau Hodits die Anforderungen, die ein Risikokapitalgeber an potentielle Investments stellt. Sie betonte, daß insbesondere im Bereich Biotechnologie ein klarer Business Plan vorliegen muss, in dem die Ziele klar definiert sind und aus dem ersichtlich ist, daß in einem absehbaren Zeitraum das Unternehmen profitabel arbeiten wird. Ein fähiges und erfahrenes Management sei dabei ebenso unerläßlich wie ein Produkt-/Technologieportfolio, das eine Marktführerschaft erwarten lässt.

Im zweiten Vortrag des Tages berichtete Birgit Jansen, PAION GmbH, über die Möglichkeiten der Geschäftsentwicklung in Japan. Auch sie stellte zunächst ihr Unternehmen und dessen Spezialisierung auf die Entwicklung von Schlaganfall-Produkten kurz vor. Sie berichtete, daß die Heilungschancen von Schlaganfall-Patienten derzeit sehr gering sind, da nur ein Medikament zugelassen ist. Aus diesem Grund würden 98% der betroffenen nicht behandelt (ca. 2,3 Mio. Menschen).
Anschließend berichtete Frau Jansen über ihre Vermarktungsaktivitäten in Japan. Japan sei weltweit der drittgrößte Markt und insbesondere an "frühen Produkten" interessiert. Außerdem sei die Biotechnologie in Japan noch nicht so weit entwickelt wie beispielsweise in Deutschland, so daß Japan für deutsche Unternehmen ein sehr interessanter Markt sei. Frau Jansen, die die Verhandlungen für PAION in Japan führte, machte deutlich, daß Verhandlungen in Japan nicht mit denen in anderen Ländern vergleichbar seien. Man müsse sich auf diese Gespräche sehr gründlich vorbereiten und wenn möglich einen Japaner involvieren, um bereits im Vorfeld evtl. grundsätzliche Fehler zu vermeiden.

In Anschluss an die Mittagspause, die wie immer auch ausgiebig zum Networking genutzt wurde, folgten zwei weitere Vorträge. Zunächst berichtete Dr. Brigitte Obermaier, Medigenomix GmbH, über die Geschäftsentwicklung bei Medigenomix. Frau Dr. Obermaier stellte die Medigenomix GmbH als Dienstleister vor, der sich auf die DNA-Analytik spezialisiert hat und 31 Mitarbeiter beschäftigt. Die Medigenomix GmbH spaltete sich im Mai 1998 von der 1994 gegründeten MediGene AG ab. Im Mai 2001 erwarb Eurofins den Hauptanteil an der Medigenomix GmbH und diese im Gegenzug einen starken Partner. Das Dienstleistungsangebot der Medigenomix GmbH umfasst die folgenden Bereiche: Large Scale Sequenzierung, Custom Sequencing, Tierzucht, veterinärmedizinische Diagnostik, medizinische Diagnostik, Pharmacogenetics sowie Pflanzenzucht und Pflanzenschutz. Die Kunden der Medigenomix GmbH seien ebenso vielschichtig wie die angebotenen Dienstleistungen. Zu den Kunden zählen u.a. Pharma-Unternehmen, Agro-Biotechunternehmen, Biotech-Unternehmen, Labore, Institute, Arzt- und Tierarztpraxen sowie Landeskriminalämter. Durch die breite Aufstellung der Medigenomix GmbH sowie die Bandbreite der potentiellen Kunden sei die Auftragslage, trotz der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Lage, konstant. Obwohl das Geschäftsmodell von VC's anfangs kritisch eingeschätzt wurde, habe es sich dennoch bewährt.

Im letzten Vortrag des Tages stellte Dr. Silke Schumacher, Anadys Pharmaceuticals GmbH, die Geschäftsentwicklung bei Anadys Pharmaceuticals vor. Auch Frau Dr. Schumacher begann ihren Vortrag mit einem kurzen Überblick über die Anadys Pharmaceuticals. Die in San Diego/USA ansässige Anadys Pharmaceuticals Inc. wurde im Jahre 2000 gegründet und beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter, davon 15 in der Niederlassung in Heidelberg. Anadys Pharmaceuticals hat seinen Forschungsschwerpunkt in der Behandlung von Hepatitis C. Die Leadsubstanz befindet sich derzeit in Phase IB. Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Entwicklung von speziellen Antibiotika. Die Veranstaltung endete gegen 16.30 Uhr nach angeregten Diskussionen und Gesprächen. Insgesamt gab es wieder ein sehr positives Feedback der Teilnehmerinnen. In Rahmen der Nachbereitung des Treffens wurden an alle Teilnehmerinnen ein Protokoll und die aktuelle Mitgliederliste des Netzwerkes verschickt. Das nächste größere Treffen des Netzwerkes wird am Freitag, 13.02.2004, in Frankfurt stattfinden.

Dr. Marion Karrasch-Bott, 06.08.2003